
Ein Jahr voller Misverständnisse
Wir schreiben den 04.01.2010, und ich schreibe meinen Jahresrückblick 2009. Das ist mal wieder typisch: Mein Ich hinkt dem Wir hinterher, und meine Intros liefen auch mal besser.
Aber fuck it, wen kümmert’s, an 2009 hinkte so einiges, und deshalb jetzt, ohne weiteres Rumgeseiere und Ado-de-do-de-do — eine launenhaft lose Liste luschig-lustiger, langweiliger, laster… liebes… lücken… lach…
Jajaja, los geht’s!
- Viel gespielt, und zwar immer wieder: Killzone 2, Prototype, inFamous, FIFA 10.
- Stundenlang gespielt, dann Pause und nicht zurückgekommen: Batman: Arkham Asylum, Borderlands.
- Atemlos durchgezockt ohne bleibenden Eindruck: Modern Warfare 2.
- Nach mehreren Stunden wütend abgebrochen und weiterverkauft: Assassin’s Creed II.
- Nach mehreren Stunden gelangweilt abgebrochen und weiterverkauft: Halo Wars, Beatles Rock Band.
- Vollschrott, den ich mich nicht traute, weiterzuverscherbeln: Bionic Commando (boah, war das Scheiße).
- XBLA-Titel, den ich mir aus Gruppenzwang zulegte: Shadow Complex.
- XBLA-Titel, den ich trotz Gruppenzwang links liegen ließ: Trials HD.
- Angebliche Top-Titel, die ich gar nicht erst probierte: Resident Evil 5, Dragon Age: Origins, Red Faction: Guerilla, DJ Hero, Halo 3: ODST, Left 4 Dead 2.
- Kürzeste Liste ungespielter Erweiterungen: GTA 4.
- Längste Liste ungespielter Erweiterungen: Fallout 3.
- Wieder rausgekramt, positiv überrascht, trotzdem nicht beendet: Dead Space.
- Erst 2009 entdeckt: Metal Gear Solid 4.
- Lediglich angespielt, ohne großartige Hoffnung auf Statuswechsel: Little Big Planet, C&C 3: Red Alert, Uncharted: Drake’s Fortune, Resistance: Fall of Men.
- Zu spät eingetroffen: Bayonetta, Uncharted 2: Among Thieves.
- Trend des Jahres: Titel mit Doppelpunkt.
- Schießbude des Jahres: Modern Warfare 2.
- Größte Anzunehmende Enttäuschung: Assassin’s Creed II.
- Absolute Ausnahmeerscheinung aka GotY: Demon’s Souls.
- Konsolenjunkie-Award 2009: PS3.
Die letzten vier in mehr als zehn Worten:
Modern Warfare 2 · Das Ding hat mich wider alle Erwartungen ziemlich vom Hocker gerissen, allerdings ist es seit dem Abspann komplett von meinen diversen Bildflächen verschwunden. Am Stück durchgespielt, ohne nach rechts, links oder zurückzugucken, einfach drauf, durch und ra-ta-ta-ta-tat! Ganz wunderbar.
Killzone 2 war zwar das nachhaltigere Spiel; runder, weniger Wumms-Bamm-Peng und mehr BOOOOOOM, nicht so hektisch, gehetzt, zerfahren und kleinteilig, dafür aber auch nicht annähernd so temporeich. MW2 war in dieser Hinsicht schlicht atemberaubend.
Das Drumherum, die wirre Story, die zweifelhaften Methoden und Charaktere — druff geschissen. Die sechs Stunden Einzelspieler-Kampagne waren Arcadeunterhaltung vom Feinsten; hirnlos, ohne Nebenwirkungen.
Und die vielbesprochene Flughafenszene? Hat mich in den Previews noch übelst angewidert, im Spiel selbst jedoch überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil: Hier wurde, wenn auch bewiesenermaßen ungewollt, ein großes Stück Kunst geschaffen, indem die höchsten Güter der modernen Videospielwelt — Immersion, Bewegungs- und Entscheidungsfreiheit — in relativer Slow Motion und nicht mal zehn Minuten durch den Fleischwolf gequirlt wurden.
Letztlich eine funktionierende Version des Bioshock-Twists. Wenn auch, wie gesagt, unbeabsichtigt.
Assassin’s Creed II · Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie ein derart hässliches, verbugtes und von Grafik- und Steuerfehlern nur so strotzendes Spiel solch tolle Wertungen bekommen kann.
Die ersten Stunden sind gespickt mit andauernden Unterbrechungen und Ladesequenzen und blöden Kameraschwenks über eine unansehnliche italienische Großstadt. Auf zwei Minuten Spiel folgen 30 Sekunden Bullshit, und das bloß, um mir zu irgendeiner »neu« erlernten Fähigkeit zu gratulieren, oder mir mitzuteilen, dass ich die vor Ödnis nur so strotzende Langweilermission trotz hakeliger Mistgabelsteuerung endlich und erfolgreich abgegähnt habe.
Konnte man im ersten Teil noch völlig problemlos und wie selbstverständlich von Dach zu Dach hüpfen, rennt man im zweiten Teil entweder dumm gegen einen Schornstein oder direkt in den Abgrund. Alternativ muss Ezio auf den Ziegeln tanzen und zappeln wie ein durchgeknallter Drogenkünstler auf Zeitreise.
Und erst die Synchro. Gute Güte, die Synchro. Da wird einem ITALIENER in ITALIEN ein ITALIENISCHER Akzent über sein Englisch gebappt. Das ganze Spiel spielt in ITALIEN, aber es klingt, als würden pizzabackende Einwanderer am Broadway eine Kostümparty proben!!!
Der Oberhit ist eine Szene außerhalb Florenz, wo irgendein Trottel allen Ernstes »donnt ju rrrimemmbeh?« sagt und dann: »It’s-a me, MARIO!« Das soll wohl lustig sein, aber ich, also… ich, ok, ich… ich versank vor Fremdscham im Sessel und wollte nie wieder irgendetwas mit Videospielen zu tun haben.
Ja, so krass.
Demon’s Souls · Das wirklich außergewöhnliche an Demon’s Souls ist seine schiere Existenz. Dass es solch ein Spiel überhaupt gibt, auf einer Konsole, als Disc, und nicht bloß als endloser Betaversions-Download auf irgendeiner dubiosen Fanwebsite.
Ein Spiel, auf das man sich stundenlang einlassen muss, das sich nicht nach fünf Minuten komplett erschließt, das sich allen Ernstes erlaubt, in Zeiten von Minigame-Sammlungen und aufdringlich großgeschriebener Einsteigerfreundlichkeit NICHTS, aber auch gar nichts von seinem überaus komplexen System zu erklären, und das zudem auf alles scheißt, was wir mittlerweile als selbstverständliche Annehmlichkeiten in Videospielen hinnehmen (Checkpoints, anyone?); dass es Entwickler und Publisher gibt, die sich das trauen, und dass es genügend Spieler gibt, die mitmachen — Demon’s Souls hat mir eindrucksvoll gezeigt, dass dieses Medium lebt, und zwar jenseits der per Preview-Kampagnen geplanten Popcorn-Blockbuster.
Ganz nebenbei, tatsächlich im Vorübergehen, als Randnotiz und ohne großes Aufsehen, definiert es den Wert von »Leben« in Videospielen neu. Der Tod ist hier keine Option, kein lästiges aber hinnehmbares Übel, kein bloßer Hinweis auf eine falsche Tastenkombination. Der Tod in Demon’s Souls ist der absolut oberallerhinterletzte Superscheißdreck, den es auf Teufel komm raus zu vermeiden gilt.
Du willst nicht sterben. Aber Du wirst. Bis Du kotzt. Und es dann trotzdem schaffst.
Spiel des Jahres, ganz klar.
PS3 · Als ich meine staubtragend unbenutzt herumvegetierende Wii dieses Jahr gegen eine Playstation 3 eintauschte, wusste ich mehr oder weniger, worauf ich mich einlies. Ich wollte sie als Zweitkonsole, einzig und allein für diverse Exklusiv-Titel, maximal noch als geräuschlosen DVD-Player.
Insgeheim hatte ich wohl auf mehr gehofft, doch das PSN untertraf genau wie der Playstation Store alle meine Erwartungen und ließ mich übel mosernd zurück… wenn auch mit exakt dem, worauf ich mich vorab eingestellt hatte.
Und nun? Ich habe 2009 mehr Zeit an der 360 verbracht, mehr Punkte gesammelt, mehr Spiele gespielt, zum Großteil sogar ziemlich gute Spiele wie Batman: Arkham Asylum, Modern Warfare 2 und, ja, FIFA10. Aber das war eher Daddeln, Massenware, gute Unterhaltung. Die nachhaltig beeindruckenden Games drehten sich im BluRay-Laufwerk der PS3.
Killzone 2, MGS4, das o.g. Demon’s Souls; selbst inFamous habe ich lieber gespielt als Prototype. An Neujahr habe ich mit Uncharted 2 begonnen und mich geärgert, einen nicht unerheblichen Teil des letzten Jahres in Borderlands verschwendet zu haben, anstatt mit Drake Achterbahn zu fahren.
Klar, je mehr Spiele man spielt, umso höher ist die Chance, Schrott zu erwischen, zumal die miesen Xbox-Games allesamt Multiplattform-Titel waren, die »drüben« keinen Deut besser abgeschnitten hätten.
Trotzdem ist die PS3 meine Konsole des Jahres. Wenige, dafür herausragende Titel. Zwar kaum Zusatznutzen, weil mies umgesetzt, dafür auch weniger Ablenkung, sprich: Konzentration auf das Wesentliche, die Spiele.
Hätte ich so nicht gedacht, kam aber genau so.
Ein bisschen unfair gegenüber der 360 ist es allerdings schon, und irgendwie überkommt mich auch gerade der Impuls, die graue Kiste tröstend in den Arm zu nehmen, zu streicheln, in ihre Lüftungsschlitze ein beruhigendes »ich…« ich… ich bin dann mal weg.
11 Kommentare
Ahjoa. Es wurde auch Zeit dass Sony mal aufwacht. Schon erstaunlich dass nahezu alle Lektionen, die man aus dem Erfolg der PS2 hätte lernen können, von Nintendo umgesetzt wurden. Mal sehen was da noch so kommt… Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft.
Aber was Assassins Creed 2 angeht, da habe ich anscheinend ein komplett anderes Spiel gespielt. Die Spielwelt funktioniert für mich hervorragend, man gibt sich erstaunlich viel Mühe den Hauptcharakter aufzubauen… nur die Hintergrundgeschichte ist dumm, ganz ganz schlimm dumm.
Vielleicht hätte ich mir eine fertige Version besorgen sollen, anstatt den GamesCon-Torr… ach ne, andere Baustelle. Aber vielleicht hätte ich nicht kurz vorher AC1 zu Ende spielen dürfen, kein Plan. Mir ging an dem Spiel eigentlich alles auf die Nerven, angefangen bei den hineinscrollenden Grastexturen bis hin zu der oben angesprochenen (haha) miesen Synchro aus der 50er-Jahre-Hölle.
Ich hab mich auch oft gefragt, wie meine Wahrnehmung so krass von der aller anderen abweichen kann, ob ich irgendetwas falsch mache, oder verkehrt herangehe oder so. Aber immerhin ging’s zumindest einem Typen bei Destructoid mehr oder weniger ähnlich, ich zweifle also nicht mehr ganz so stark an meiner Urteilskraft…
Schön geschrieben, hat beim Lesen Spaß gemacht, ich kann mangels selbstauferlegter Next-Gen-Konsolenaskese leider nicht wirklich mitreden, aber Demon Souls wurde kürzlich mal in der Konsolerie extrem lobend erwähnt (…du stirbst…und stirbst…und stirbst…)
hmm.. demon souls… n kumpel von mir (seines zeichen xbox360 fanboy und absoluter ps-gegner seit der 1. playstation ^^) will sich vllt. – nur wegen dem spiel – ne ps3 holen. is des game echt so gut, oder gibts n grund, warum das bis jetzt an mir vorbei ging? ^^
Ob einem Demon’s Souls gefällt, hängt vor allem ganz stark von der eigenen Frustresistenz ab. Es gibt keine Checkpoints, keine Übersichtskarte, keine Minimap (keine Hinweise auf Ziele usw.) und manche Gegner sind so stark, dass man auch bei voller Energie gerade mal den ersten Schlag überlebt.
Stirbt man, heißt es: »Zurück zum Levelbeginn; alle Mann respawnen, ätsch!« Die Level sind recht groß, teilweise echt happig, und es ist (aufgrund der gnadenlosen, stellenweise nicht ersichtlichen Stärkeverhältnisse) sehr viel Trial and Error.
Cool wird’s, sobald man sich voll darauf einlässt und (z.B.) mit dem Wissen um die Gefahren durch die Gegend läuft. Hinter jeder Ecke lauert tatsächlich der Tod, nicht bloß irgendein Gegner, den man schon »irgendwie« plattmachen kann.
Eben noch hast Du fünf Skelette easy-peasy in ihre Einzelteile zerlegt, Du bist gut drauf, schluckst ne Medizin, da kommt ein lahm-trottender Gegner mit rot leuchtenden Augen und haut dich völlig humorlos mit einem Schlag 45 Minuten zurück zum Levelbeginn.
Manchmal muss man wegrennen, und bestimmte Areale sollte man zu Beginn schlicht meiden.
Man ist also ständig auf der Hut, traut sich nicht in irgendwelche dunklen Gänge rein und verzichtet lieber auf das Öffnen einer in der Ferne blitzenden Schatztruhe, weil man komische Grollgeräusche hört. Sitzt da bloß ein blöder Schwertkämpfer? Oder fünf? Oder kommen gleich wieder diese komischen Hunde?
Die Gegner leveln teilweise mit, teilweise sind sie bereits so hoch, dass sie in anderen Spielen hinter verschlossenen Türen lauern würden. Türen, die man erst nach 20 Leveln mit Hilfe eines speziellen Schlüssels aufbekäme — eben wenn die Designer sicher sein können, dass der Spieler die nötigen Fähigkeiten besitzt.
Das gilt in Demon’s Souls lediglich für die »Endgegner«, wobei man auch hier ganz alleine darauf aufpassen muss, das nötige Equipment zu haben. Ist also kein Zelda o.ä., und obwohl die Endkämpfe in abgeschlossenen Räumen stattfinden, landest Du bei einer Niederlage… yo, am Levelbeginn.
:D
Obendrauf kommt noch ein Online-Multiplayer-Modus, bei dem (unter anderem und unter bestimmten Umständen) fremde Spieler zu dir ins Level kommen, um dich zu töten. Du bekommst lediglich ihre Anwesenheit mit, aber wo genau die zu welchem Zeitpukt sind, weißt Du erst, wenn sie vor dir stehen.
Da ist deine Gesundheit evtl. gerade auf 10%, Angriff, bamm, Ende, zurück zum… weißte ja.
Man muss das abkönnen, sonst ist es sicher verdammt frustrierend und macht keinen Spaß. Man muss sich auch viel Zeit nehmen; es gibt keine Pausetaste. Wenn Du also zwischendrin telefonieren musst, darfst Du beten, dass dir nicht irgendein Hanswurst gerade den Kopf abhackt.
Das ganze Ding ist schlicht der Hammer. Es ist irgendwie extrem old-school und wirkt gerade dadurch wieder Avantgarde. Vermutlich, weil es so radikal ist und nicht bloß ein bisschen was von hier und ein bisschen was von dort nimmt.
Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte mal ein Spiel gespielt habe, bei dem ich nicht Pause drücken konnte, oder bei dem es keine Speichermöglichkeit gab, oder bei dem ich nicht an die Hand genommen wurde in Sachen Aufeinandertreffen mit deutlich zu starken Gegnern usw.; oder bei dem ich überhaupt einfach so reingeworfen wurde in eine Welt, ohne große Erläuterung und Hilfestellung.
Das alles in Kombination — noch nie.
Ich muss mich da mal einmischen. Alles was da oben steht ist richtig, und ja, Demon’s Souls macht Spaß und ist frustig und man muss einen hohen Frustlevel mit sich bringen, wenn man es spielen will. Es ist vom Stil her ungefähr wie Nethack ohne Helpfunktion – man kommt rein und bekommt auf die Fresse. Das wäre alles soweit ja sehr okay, weil es Konzept ist. Demon’s Souls ist aber auf einem ganz anderen Level noch schlimmer: es ist so old-school, dass es scheinbar auch old-school mies programmiert sein will.
Ein Beispiel: die Grafik ist größtenteils grauselig, matschiges graubraune Texturen, größtenteils mies animierte Gegner (schaut euch mal 4-1 an, mit diesen “Nasenmenschen”, wie ich sie mal nennen will, die wie ein schlechter Abklatsch eines PS2-Silent-Hill-Monsters aussehen), die Gegner haben prinzipiell NULL AI, jenseits “einfach immer nachrennen und draufhauen”. Das drückt sich so aus, dass man Gegner teilweise aus der Ferne mit Pfeilen oder Magie abschiessen kann, ohne dass sie im geringsten reagieren. Oder Gegner von hinten mit einem Schwert erdolcht und der Gegner, der DIREKT DANEBEN KNIET, einfach weiter arbeitet als wäre das das normalste der Welt.
Demon’s Souls ist auch unfair (auch wenn das niemand zugeben will). Gegner teleportieren einfach rein, wenn man bestimmte Zonen betritt, die sind vorher nicht da (kann man sehr schön in 2-1 sehen, wo die Wölfe einfach reinploppen, sobald man den größeren Raum betritt). Dieses Teleportieren passiert auch gerne mal hinter dir, obwohl da NIRGENDWO ein Gegner noch sein könnte, weil man ja brav jede kleinste Nische gecheckt hat. Außerdem können die Gegner mit ihren Waffen Manöver machen, die man selbst nicht kann – ich wünschte, ich könnte mit meinem Speer genauso eine Wischbewegung machen, wie die ganzen Soldaten die exakt den selben Speer mit sich rumschleppen wie ich. Geht aber ned.
Und dann gibt es noch den schlimmsten Gegner, den Videospieler sich je stellen mussten. Ein Gegner, den man eigentlich schon seit Jahren besiegt glaubte: die beschissenste Kamera seit Ewigkeiten. Inklusive eines furchtbaren (FURCHTBAREN!) Targeting-Systems. Da muss man nämlich benutzen, um überhaupt eine Chance zu haben. Aber oft greift das Targeting-System nicht (bevorzugt, wenn der Gegner am oberen Ende einer Treppe steht) oder verliert den Gegner wieder (gerne, wenn er gerade eine seiner Attacken macht). Und SEHR gerne verklemmt sich die Kamera in den (reichlich vorhandenen) engen Tunneln und Räumen mal hinter einer Säule, so dass man gar nix mehr sieht, auch nicht wie man gerade die Hucke vollkriegt. Ich habe z.B. Flamelurker (Endboss 2-3) bestimmt fünf mal bekämpfen müssen, obwohl meine Strategie völlig in Ordnung ging, weil die verdammte Dreckskamere sich immer ne Pause gönnte kurz bevor ich ihn platt gemacht hatte. Besiegt hab ich ihn dann tatsächlich nur durch einen halben Cheat, indem ich mich am Ausgang ins 20 Zentimeter hohe Geröll gestellt habe, was für Flamelurker scheinbar ein unüberwindliches Hindernis ist. Auch so ne Sache: wenn man solche Methoden findet fragt man sich immer ob das Absicht ist (die Designer haben das Geröll ja nicht umsonst da plaziert) oder ob man jetzt nur eine überalterte Engine schamlos ausnutzt.
Wenn man mit all dem leben kann, dann ist Demon’s Souls wirklich ein faszinierendes Spiel, weil es halt eine echte Herausforderung darstellt, da man sich jeden Zentimeter mit Schweiss und Blut erkämpfen muss. Und wenn man sich nicht schämt das Wiki mal zu durchblättern (http://demonssouls.wikidot.com/), dann kann man sich auch all die Sachen erschliessen, die im Spiel selbst in keinster Weise erklärt werden. Wobei ich immer noch nicht herausgefunden habe wo ich eins dieser geilen superlangen Schwerter herkriege für die ich nicht 50 Strength brauche…
Hm, ich will hier nix schönreden, und deine Kritikpunkte sind allesamt vorhanden, aber man kann sie doch so oder so ähnlich auf fast jedes Spiel anwenden.
Wenn ich in Uncharted 2 die Endsequenz 20 Mal machen muss, weil die Kamera an einem Baum scheitert und/oder sich Drake anstatt von einem Felsklotz zu springen lieber an dessen Kante festhält, dann ist das bloß aus einem Grund zu vernachlässigen: Man muss nicht zurück an den Start.
Und wenn ich eine Wache im hellsten Tageslicht über 50cm hohe Kisten ziehe (und im Stehen meuchle), ohne dass die anderen Wachen mich dahinter kauern sehen (oder reagieren), dann ist das letztlich auch »miese AI«, obwohl es natürlich exakt so gewollt ist.
Hey, ich hab den »Stealth Attack«-Button gedrückt…
Von AC2 o.ä. will ich gar nicht anfangen, wo man ebenfalls auf Entfernung Gegner töten kann, ohne dass es interessiert, und wo man sich, vom Spiel subventioniert, hinter Vorhänge retten kann, die für den durchschnittlichen Gegner offenbar wahnsinnig intellektuelle Hürden darstellen.
Letztlich kannst Du jedes x-beliebige Stealthgame nehmen. Toll programmierte Laufwege und Angriffsreaktionen, aber die Gegner kapitulieren vor Schatten, ihrem auf 5 Grad reduzierten Blickfeld und der Regie der Programmierer.
In diesen Spielen ist das jeweils Absicht, um dem Spieler ein bestimmtes Verhalten aufzuzwängen. Man lässt sich darauf ein, weil das Spiel (im Falle von Uncharted) Spaß macht und das große Ganze über allem steht (auch über den von Mirror’s Edge inspirierten farbigen Kletterhilfen).
In Demon’s Souls sind leider die Konsequenzen härter, weswegen diese »Macken« stärker frustrieren. Aber die Kamera ist doch wirklich keinen Deut schlechter als in anderen Third-Person-Games.
Und bei der AI kommt mir es eher so vor, als sei das alles Absicht. Als wollten die Macher gar nicht erst so tun, als gäbe es irgendeine komplexe AI, die letztlich auch nur aufgesetzt und auszutricksen ist.
Wieso Laufwege programmieren? Der Spieler muss hier durch, also können die Monster auch doof herumstehen und auf ihn warten, hehe.
Dein Grafikurteil mag ich ebenfalls nicht teilen. Gibt sicher hübschere Spiele, aber ich hatte z.B. heute Dragon’s Age im Laufwerk, und daneben sieht Demon’s Souls aus wie eine NextGen Techdemo.
Witzigerweise habe ich keines der von dir genannten Spiele gespielt, insofern ist ein Vergleich für mich schlecht nachvollziehbar.
Was die Grafik angeht, kann man sich eventuell streiten, ich für meinen Teil finde sie über weite Strecken potthässlich, was aber zugegebernermassen auch daran liegen kann, dass ich diesen “Brown is real” Stil überhaupt nicht ab kann.
Dass die AI Müll ist kann ich bis zu einem gewissen Grad noch verschmerzen. Wenn die stärkeren Gegner auch noch wirklich intelligent agieren würden hätte man wahrscheinlich überhaupt keine Chance. Aber was zum Beispiel “Stealth Kills” angeht, finde ich das in anderen Spielen besser gelöst. Meine letzte Erfahrung zu dem Thema ist “Batman: Arkham Asylum”, wo die Gegner auch nicht mitkriegen, wenn Batman zwei Meter entfernt einen Gegner umhaut – aber in diesem Spiel ist es halt in sich stimmig. Batman hält dem Gegner den Mund zu, damit er nicht schreien kann und lässt ihn langsam zu Boden. Im Demon’s Souls stelle ich mich hinter den Gegner, brülle “YAAAAH!”, steche ihm lauthals meinen Rapier ins Kreuz (wofür er sich extra aufrichtet und positioniert, damit das auch einigermassen korrekt aussieht) und dann sinkt er mit lauten “Ummmmf” zu Boden. Dass das niemand mitkriegt, finde ich schon sehr merkwürdig. Noch merkwürdiger finde ich, dass die anderen Gegner es manchmal DOCH mitkriegen. Mir scheint als sei da irgendwo ein Zufallsgenerator dazwischen geschaltet, nach dem entschieden wird, ob jemand was hört oder nicht, und nicht eine Logikabfrage, ob es Sinn macht oder nicht.
Und schließlich die Kamera: sorry, aber eine SO schlecht programmierte Verfolgerkamera habe ich schon LANGE nicht mehr erlebt. Vielleicht liegts ja auch an der Level-Architektur, die bei Demon’s Souls ja nunmal zu verwinkelten unübersichtlichen Räumlichkeiten neigt, aber ich rege mich immer über dumme Kameras auf, und so viel Aufregung hatte ich lange nicht mehr.
Also ich habe mir nur wegen Demon’s Souls ne PS3 geholt (und wegen GoW3 und Last Guardian und als Blueray Player..) und bin sehr gespannt. Die Konsole ist da, DS noch nicht. Aufmerksam geworden auf das Spiel bin ich lustigerweise durch deinen Kommentar zu meinem Polyneux-Text zum Thema “Extra-Leben als Add-On” (oder so).
Wehe, das ist nichts!;-)
So können Meinungen auseinander gehen. AC2 finde ich großartig, Killzone 2 und Resistance 2 Scheiße – immer noch nicht zu Ende gespielt. Infamous liegt noch auf dem Stapel, aber dann werfe ich lieber die Xbox 360 an, als den Sony-Fail. Uncharted 2 war allerdings super.
Schade, dass die Site still zu liegen scheint :/ Deine Beiträge waren immer ganz erfrischend :)